Archäologische Funde belegen Stickereien, die bis mindestens ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Einige der ältesten erhaltenen Stickereien stammen aus dem Grab des ägyptischen Königs Tutanchamun (ca. 1323 v. Chr.). Auch in China, Indien, Mesopotamien und Kleinasien war das Sticken in vorchristlicher Zeit weit verbreitet. Die Stickereien zeigten oft religiöse oder mythologische Szenen und Symbole.

Im Mittelalter und der Renaissance erlebte die Stickerei eine Blütezeit in Europa, wo sie als Zeichen von Reichtum und sozialem Status galt. Königshäuser und Adlige ließen prächtige Stickereien anfertigen, die ihre Macht und Pracht demonstrierten. Im Mittelalter galt die Stickkunst als Privileg Adliger und Geistlicher und diente als Zeichen des Wohlstands. In vielen Klöstern wurden zur Verzierungen der Kirchenräume bestickte textile Bilder angefertigt und auch die Krönungs Mäntel deutscher Kaiser zeigen ein hoch entwickeltes künstlerisches Niveau.

Heute spielt Kunststickerei eine Rolle in High End Modehäusern wie Chanel, Dior und Valentino. Sowohl in der Haute Couture als auch in der Kunstform des Needle Painting zeigt sich weltweit die Kunstfertigkeit und künstlerische Kreativität der „Nadelmaler“, sowohl in den traditionellen Schulen als auch in der Modernen Kunst.